Rumblemap
Straßen und Wege, wie wir sie spüren – Die Seite befindet sich noch im Testbetrieb.

FAQ

Was ist Rumblemap?

Leider sind viele Straßen und Wege nicht in dem Zustand, den wir uns wünschen. Es wird repariert und auch mal erneuert. Aber manchmal wundert man sich über die Prioritäten und die Qualität einer Reparatur: Ein von vielen Menschen häufig genutzter Weg bleibt jahrelang in einem bedauernswerten Zustand, während Wege, auf denen scheinbar niemand fährt, erneuert werden. Oder ein Weg wird ausgebessert, und der gefühlte Zustand ist danach schlechter als vorher. Rumblemap soll uns die Möglichkeit geben, mit einer möglichst hohen Objektivität aufzuzeigen, in welchem Zustand sich der Wegebelag unter uns befindet.

Stadtverwaltungen oder andere für Verkehrswege zuständige Stellen sollen damit eine fundiertere Grundlage zur Priorisierung von Belagsreparaturen und -erneuerungen bekommen. Langfristig könnten so die begrenzten Mittel dort eingesetzt werden, wo der Bedarf am größten ist, und der Nutzen von Baumaßnahmen für uns alle maximiert werden.

Da die Einschätzung, was noch gut und was schon schlecht ist, sehr subjektiv sein kann, soll der Zustand möglichst objektiv gemessen werden. Hier hilft uns die moderne Technik. Nahezu jedes, nicht allzu alte Android- oder Apple-Smartphone besitzt einen Beschleunigungssensor und kann Erschütterungen in m/s² messen. Tragen wir die Erschütterungen über dem jeweiligen Ort auf, erhalten wir eine Karte der von uns genutzten Wege und deren Zustands. Wenn viele mithelfen, kann die Karte vielleicht irgendwann unser gesamtes Wegenetz abbilden.

Rumblemap richtet sich primär an Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer und deren Belange, dafür ist die App ausgelegt. Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch auf andere Verkehrsteilnehmer ausgeweitet werden kann. So können vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auch Rollstuhlfahrende genauso ihre Wege erfassen wie Eltern mit Kinderwagen.

Rumblemap soll möglichst einfach zu bedienen und zu verwenden sein. Es gibt keine Anmeldung, keine Sicherheitsabfragen, keine Überprüfung der hochgeladenen Daten. Das Projekt lebt von eurer verantwortungsvollen Mitarbeit. Wenn unplausible oder falsche Daten hochgeladen werden, führt das zu falschen Bewertungen – es gibt niemanden, der das verhindern oder rückgängig machen könnte. Alles basiert auf Vertrauen.

Der Quellcode ist offen. Alle können mitmachen.

Wie nutze ich Rumblemap?

Einfach App im entsprechenden App-Store (kommt noch) herunterladen, Smartphone in einer möglichst starren Halterung am Fahrrad befestigen, App starten, Aufzeichnung starten und losfahren. Nach erfolgter Fahrt, Fahrt beenden und auf Server hochladen. Das war es eigentlich.

Wer die eigenen Fahrten sich anschließend ansehen möchte, kann den entsprechenden Link aus der App in einem beliebigen Browser öffnen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Was ist Rumblemap nicht?

Rumblemap soll helfen, die Wegequalität einzuschätzen, ist aber kein hochpräzises Messsystem. Da es sehr viele verschiedene Smartphones, Fahrräder und Smartphonehalter gibt, kann Rumblemap nur mit einer beschränkten Genauigkeit Daten zur Wegequalität liefern. Insbesondere die hier relevante Beschleunigungssensorik führt bei den Herstellern ein wenig beachtetes Dasein, und höchste Präzision kann nicht erwartet werden. Auch die örtliche Zuordnung einer Messung kann bei schlechter GPS-Signalqualität erheblich daneben liegen.

Natürlich spielt auch die Fahrweise eine Rolle. Man kann versuchen, jede Unebenheit eines Weges mitzunehmen, oder ihr bewusst ausweichen. Es liegt damit in der Natur der Sache, dass die erstellte Karte nicht beliebig genau sein kann, das ist aber auch nicht der Anspruch. Sehr schlechte Wege zeigen sich deutlich, sehr gute Wege auch. Alles dazwischen lässt sich mit sehr vielen gemittelten Daten verschiedener Geräte irgendwann auch recht gut einschätzen. Wer mit Rumblemap etwas experimentiert, wird feststellen, dass in den meisten Fällen die Messung recht gut zum subjektiven Eindruck passt.

Wenn sich eine Messung jedoch überhaupt nicht mit der eigenen subjektiven Einschätzung deckt, dann muss sie verworfen werden und darf nicht hochgeladen werden. Diese Entscheidung kann euch die App jedoch nicht abnehmen. Es gibt hierfür viele mögliche Ursachen wie defekte Sensoren oder Besonderheiten eines Fahrrads, um nur zwei Beispiele zu nennen. Es erfolgt keine Prüfung eurer Daten.

Mein Fahrrad hat eine Federung. Kann ich damit richtig messen?

Das kommt darauf an. Eine gut gedämpfte Federgabel kann aus einem schlechten Weg einen guten Weg machen. Auf der anderen Seite kann eine schlecht gedämpfte Federgabel durch starke Schwingungen die Wirkung wieder kompensieren. Ein sehr schlechter Weg sollte aber auch mit einer sehr guten Federung als sehr schlechter Weg identifiziert werden können.

Was ist mit meiner Privatsphäre?

Es gibt keine Anmeldung und es werden keine persönlichen Daten übertragen: kein Name, keine E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer, kein Konto. Aufgezeichnet wird zunächst nur lokal auf dem Handy. Erst wenn eine Fahrt aktiv über "Zum Server hochladen" freigegeben wird, verlässt sie das Gerät – ansonsten bleibt sie ausschließlich auf dem Smartphone.

Eine hochgeladene Fahrt fließt zunächst automatisch in die Community-Karte ein, kann aber über einen einfachen Schalter jederzeit wieder zurückgezogen werden – dann fließt sie ab sofort nicht mehr in die Karte ein.

Wer vor der Haustür startet und zur Arbeit fährt, legt damit natürlich eine persönliche Spur, das muss allen klar sein. Dagegen gibt es zwei technische Mittel. Erstens lässt sich nach dem Upload mit einem Schieberegler der Anfang und/oder das Ende jeder Fahrt entfernen – zum Beispiel die letzten 300 Meter vor der eigenen Haustür. Das ist kein Verstecken, sondern ein echtes Löschen. Die entfernten Punkte werden auf dem Server unwiderruflich gelöscht, nicht nur ausgeblendet. Zweitens kann man eine eigene Fahrt jederzeit komplett löschen.

Damit niemand fremde Fahrten kürzen oder löschen kann, bekommt jedes Smartphone bei der allerersten Nutzung der App eine zufällige, anonyme Kennung – eine lange Zufallszeichenfolge, ganz ohne Bezug zur Person, vergleichbar mit einem nicht personalisierten Eintrittsticket. Sie wird ausschließlich lokal auf dem Gerät gespeichert und bei jeder Anfrage an den Server mitgeschickt, verschlüsselt per HTTPS. Der Server kennt also ein Gerät, aber nicht dessen Besitzer. Nur wer diese anonyme Kennung besitzt, kann die zugehörigen Fahrten einsehen, kürzen, freigeben oder löschen.

Das bedeutet umgekehrt aber auch, dass nach Deinstallation der App oder nach einem Gerätewechsel eine Identifikation nicht mehr möglich ist und damit eigene Fahrten nicht mehr bearbeitet und nicht mehr gelöscht werden können.